Ökologische Gartenelemente im Kleingarten

Naturnahe Gestaltung für mehr Leben und Vielfalt im Kleingarten

BIOTOPE & ARTENVIELFALT

Im § 3 (Kleingarten und Gartenlaube) des Bundeskleingartengesetzes heißt es:

(1) Ein Kleingarten soll nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden.

Dies gelingt mit einer artenreichen Bepflanzung und einer strukturreichen Gartengestaltung.

Zu dieser gehören ökologische Gartenelemente. Sie haben eine große Bedeutung für das natürliche Gleichgewicht in einem Kleingarten und stärken seine Selbstheilungskräfte. Sie sind enorm wichtig für viele Arten von Pflanzen, Insekten, Spinnen, Reptilien, Amphibien, Vögeln oder Kleinsäugern. Durch ökologische Gartenelemente werden Kleinstlebensräume verschiedener Milieus geschaffen: trocken oder feucht, warm oder kalt. Diese kleinen Biotope bieten Unterschlupf, Überwinterungs- & Nistmöglichkeiten sowie Nahrung bzw. Schutz vor Fressfeinden.

Um einen ökologischen Nutzen zu haben, müssen bei den Strukturelementen bestimmte Kriterien erfüllt sein:

Feuchtbiotope

Dies sind Gartenteiche, aber auch Sumpfbeete, Versickerungsmulden oder Quellsteine. Die Feuchtbiotope werden als ökologisches Gartenelement nur zusätzlich bewertet, wenn das Wasser chemikalienfrei (Chlor) ist, oberirdisch nur natürliche Materialien (Naturstein, unbehandeltes Holz) sowie Wasserpflanzen verwendet wurden und der Teich keine Fische enthält. Ein Teich ohne Fische ist deutlich artenreicher (Libellen, Amphibien) und hat eine bessere Wasserqualität.

Trockenmauern

Die Bauausführung muss stabil sein. Das Baumaterial sollten größtenteils Natursteine sein und es darf kein Mörtel verwendet worden sein. Der hohe ökologische Nutzen ist nur gegeben, wenn ausreichend Fugen in der Mauer Unterschlupf bieten. Eine Bepflanzung von einem Teil der Fugen verbessert den ökologischen Nutzen.

Artenreiche Blühwiese

Sie ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte standortgemäße Pflanzengemeinschaft aus Blütenpflanzen und Gräsern. Der Anteil von Blütenpflanzen (Kräuter und Stauden) muss über 30% betragen. Nur dann ist der ökologische Nutzen, insbesondere für blütenbesuchende Insekten, gegeben.

Dachbegrünung

Eine Dachbegrünung schafft zusätzlichen Lebensraum im Garten und kühlt die Laube im Sommer. Folgende Voraussetzungen sind wichtig: eine maximale Dachneigung von 45°, eine wurzelfeste Dachabdichtung, eine ausreichende Statik und eine geregelte Dachentwässerung.

Alte Gehölze

Alte Obstgehölze spielen bei der Förderung der biologischen Vielfalt im Kleingarten eine zentrale Rolle. Sie sind wertvolle Biotope mit unzähligen Mikrolebensräumen. Höhlen im Stamm machen die Bäume im ökologischen Sinne besonders wertvoll. Sie dienen als Nist- und Überwinterungsplatz.

Benjeshecke

Eine Benjeshecke dient der ökologischen Vernetzung im Garten, sie bietet vielfältige Nistmöglichkeiten und Lebensräume. Neben eingeschlagenen Pfosten darf sie nur aus liegendem, unbehandeltem Naturholz und Schnittgut bestehen.

Dichte Gehölzpflanzung

Auch eine dichte Gehölzpflanzung aus Ziersträuchern und Wildobst dient der ökologischen Vernetzung im Garten. Sie bietet Windschutz, Nahrung und besonders mit dornigen und stachligen Gehölzen vielen Vogelarten und Kleintieren Schutz vor Katzen und Waschbären. Die dichte Gehölzpflanzung muss zur Gartengröße passen, sie ist besonders geeignet für größere Kleingärten. Die kleingärtnerische Nutzung des Gartens steht immer im Vordergrund.

Fläche mit heimischen Wildpflanzen

Die sogenannte „Wilde Ecke“ sollte in einem beruhigten Gartenbereich und nicht größer als 3 m² sein, idealerweise als Saum zu einer dichten Gehölzpflanzung. Viele Kleintiere und Insekten schätzen es, nicht ständig durch diverse Geräusche oder Kunstlicht gestört zu werden. Die heimischen Wildpflanzen, die sich hier von allein ansiedeln, bieten zudem mit Blättern, Pollen und Nektar wertvolle Nahrung für Insekten und Schmetterlinge. Die Pflege beschränkt sich hier einmal im Jahr auf das Ausreißen von Gehölzsämlingen.

Unversiegelte Wege und Sitzecke

Unversiegelte Flächen gewährleisten jederzeit die Versickerung des Regenwassers in den Boden und wirken so einer Schädigung angrenzender Flächen bei Starkregen entgegen. Unversiegelt können Wege und Sitzecken außerdem noch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere (z.B. bodennistende Wildbienen) dienen.

Regenwasserspeicher

Das Sammeln von Regenwasser dient der Versorgung der Pflanzen und hilft Flutschäden bei Starkregen zu vermeiden. Jegliches Regenwasser bleibt so im Kleingarten, und steht nachhaltig der Bepflanzung zur Verfügung. Vorkehrungen gegen das Ertrinken von Insekten und Kleintieren sind zu treffen.

Totholzbaum stehend

Viele Pilze, Käfer & Wildbienen benötigen Totholz zur Erhaltung ihrer Art. Auch Vögel und Kleintiere profitieren davon. Ein stehender toter Baum kann zudem als Rankgerüst für Kletterpflanzen dienen und dadurch mehr Struktur im Garten erhalten. Auf die Statik ist zu achten.

Totholzstamm liegend

Besonders liegendes Totholz ist Lebensraum und Puppenstube für viele nützliche Käferarten. Über die Jahre wird das Holz durch viele Lebewesen abgebaut und reichert den Boden wieder mit Nährstoffen an. Insofern bietet sich ein Totholzstamm auch als Beetbegrenzung an. Oder als Substrat für den Anbau von Speisepilzen. Im Halbschatten ist der ökologische Nutzen am höchsten.

Totholzhaufen

Ein Totholzhaufen muss aus unbehandeltem Naturholz bestehen. Alles andere (Bauholz, Möbelteile) ist als Müll zu betrachten. Im Kleingarten sind nur kleinere Totholzhaufen angemessen, zwischen 0,50 und 1,00 m hoch. Auch in dieser Größe werden sie besonders von Kleintieren, Reptilien und Amphibien als Lebensraum oder Winterquartier angenommen. Das zersetzte Holz verbessert den Boden. Für einen hohen ökologischen Nutzen muss der Totholzhaufen frei von Pflanzenbewuchs sein.

Lesesteinhaufen

Ein Lesesteinhaufen muss aus Natursteinen bestehen und frei von Pflanzenbewuchs sein. Ein sonniger, geschützter Standort ist am sinnvollsten. Viele Käfer-, Hummel- und Spinnenarten fühlen sich hier wohl. Ab einem Volumen von 2 Kubikmetern auch Reptilien. Eine Totholzauflage ist möglich.

Nisthilfen

In Gärten mit fehlenden natürlichen Strukturen ist das Bereitstellen von wenigen Nist- & Überwinterungshilfen für Vögel, Kleintiere und Insekten sinnvoll. Die Hummelkästen, Nistkästen, Florfliegenkästen und Wildbienennisthilfen sollten solide und winddicht gebaut sein, einen Regenschutz besitzen und dezentral im Garten an geeigneten Plätzen verteilt sein. Gigantismus-Nisthilfen mit Hohlkammerziegeln und Nadelbaum-Zapfen werden nicht empfohlen, kleine Ausführungen sind zweckmäßiger. Ein Sandarium sollte weitgehend frei von Pflanzenbewuchs sein.

Landesgartenfachberater

Ein zentrales Thema im Kleingartenwesen ist die Gartenfachberatung. Um regionaler Fachberater oder Kreisfachberater zu werden, muss die jenige Person ein Schulungsprogramm für Gartenfachberater absolvieren. Der Teilnehmer erhält ein Zertifikat über den Abschluss der Weiterbildung.

Mit dieser Fortbildung werden Gartenfachberater zielgerecht für die Beratung der Vereine des Freizeitgartenbaus weitergebildet. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von Kenntnissen zum umweltgerechten Bewirtschaften von Kleingärten und zum sachgerechten Pflanzenschutz.

Fachberaterausbildung
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Landesgartenfachberater
Herr Jörg Krüger

Beratungs- und Informationsmöglichkeiten
Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.
Loschwitzer Straße 42, 01309 Dresden