13. Kleingartenwandertag im Stadtverband „Dresdner Gartenfreunde“
Gartenfreunde erkunden Dresdner Kleingartenanlagen und entdecken Fachberatung, Projekte und gelebte Vereinsgemeinschaft
In vielen Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen fehlt die dreizehnte Etage bzw. das Deck Nummer dreizehn, weil die Zahl 13 in vielen Kulturen als Unglückssymbol gilt. Den Dresdner Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern hingegen ist solcher Aberglaube fremd, und so luden sie am Sonntag, dem 30. August 2026, zum 13. Kleingartenwandertag ein. Bei bestem Wetter traf sich eine gut gelaunte Wanderschar. Startpunkt war der Kleingartenverein „Frohe Stunde“. Im Jahr 1920 gegründet, blicken die Gartenfreundinnen und Gartenfreunde auf eine lange Tradition zurück. Die Chronistinnen und Chronisten des Vereins präsentierten den nach und nach eintreffenden Wanderlustigen neben zahlreichen Fotoalben auch die Festschrift zur Einhundertjahrfeier. Auch gartenfesttypische Spezialitäten wurden an der Vereinsgaststätte feilgeboten, und so konnte, wer wollte, in bester Brunchmanier nach dem heimischen Frühstück direkt die erste Fischsemmel verspeisen.
13. Kleingartenwandertag: Gemeinsam durch Dresden
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vereinsvorstand des KGV „Frohe Stunde“ richtete auch der Geschäftsführer des Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“, Roberto Jurig, das Wort an die erwartungsfrohe Wanderschar. Neben dem Präsidenten des Bundesverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands (BKD), Dirk Sielmann, und dem Präsidenten des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner (LSK), Tommy Brumm, hatten sich auch Mitglieder des Vorstandes des Stadtverbandes Dresdner Gartenfreunde eingefunden, um gemeinsam mit den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern einen neugierigen Blick über die Gartenzäune der teilnehmenden Vereine zu werfen.
Fotos: Kaiser
Besonderes Lob erhielt das Organisationsteam. Erstmalig hatte sich eine Territoriale Arbeitsgruppe (TAG) unter der Leitung von Dirk Weigelt mit Hilfe der Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle des Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“ dieser Aufgabe angenommen. Im zweiten Verein der diesjährigen Wandertour, dem KGV „Am Gorbitzbach“, fungiert Dirk Weigelt auch als Vorsitzender und Gartenfachberater.
Gartenfachberatung und vielfältige Projekte entlang der Route
So nahm es nicht Wunder, dass es ein Gartenfachberatungsangebot gab. Überhaupt stand die Wanderung ganz im Zeichen der Gartenfachberatung. Denn in fast allen teilnehmenden Vereinen gab es neben pittoresken Gärten auch Wissensangebote, die von Informationen über Wildbienen bis hin zu Baumschnittvorführungen reichten.
Ob im Volkshochschul-Projektgarten im KGV „Straßenbahnhof Naußlitz“, im KGV „Zur Hohle“ oder im KGV „Frankenberg“ – überall hatten die Gastgeber die Bedürfnisse ihrer Gäste im Blick. Das Team des KGV „Frankenberg“ war an einheitlichen Vereins-T-Shirts gut zu erkennen. Die Wanderer wurden wahlweise mit Sekt oder Orangensaft begrüßt, und am Vereinsheim konnte eine kleine Rast eingelegt werden. Wer wollte, konnte auf das Fischbrötchen zum Start nun Fischbrötchen Nummer zwei aufsatteln.
Der Informationskasten beinhaltete nicht nur die üblichen Vereinsinformationen, sondern auch ein Schülerprojekt, das sich mit dem Thema Lichtverschmutzung auseinandersetzt.
Im KGV „Reisewitzer Höhe“ rührte das Team an der Gulaschkanone nicht nur in klassischer Kartoffelsuppe, sondern auch in veganer Kartoffelsuppe. Hier waren auch Informationsstände des Bundesgartenschau Fördervein BUGA Dresden 2033, der AG-Fachberatung des Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“ und der „Goldenen Gießkanne“ aufgebaut.
Die „Goldene Gießkanne“ soll die Dresdner Kleingärtnervereine über sportliche Aktivitäten miteinander verbinden. Ein Dartturnier und ein Gocha-Turnier haben bereits stattgefunden. Weitere Wettkämpfe von Skat bis Fußball und Volleyball sind in Planung. Bei diesen Turnieren treten jeweils Gartenvereinsteams gegeneinander an.
Über die Wiesbadener Straße ging es weiter zum KGV „Neuweidental“. Die Gaststätte war zwar verschlossen, aber die Toilette stand den Wandernden zur Verfügung, und außerdem gab es einige schöne Ausblicke über die Stadt Dresden. Auch die große Voliere auf der Gemeinschaftsfläche mit Hühnern, Wellensittichen und Nymphensittichen lud zum Verweilen ein. Der Stationsstempel, den die Wanderer sich in jedem Verein auf ihre Karte geben lassen konnten, war hier als Do-it-yourself-Angebot aufgebaut.
In den anderen Vereinen waren es überwiegend die Kinder, die den Gästen Blumen, Weintrauben, Vögel oder Smileys in die Wanderkarte stempelten. Wenn mal keine Spaziergänger des Weges kamen, stempelten die Kinder sich mitunter gegenseitig Blumen auf Arme und Beine.
Von „Frohe Stunde“ bis „Höhenluft I“: Dresdner Vereine zeigen ihre Gärten
Im KGV „Freier Blick“ gibt es einen Projektgarten, der seit 2022 unter dem Motto „Der Garten ist ein Meer der Sinne. Tauche ein und entdecke seine Schätze.“ Schritt für Schritt entwickelt wurde. Außerdem konnten die Gäste nach einem Rundweg durch den Verein auch eine persönliche Führung durch einen ausgezeichneten Kleingarten bekommen.
Tommy Brumm bemerkte zu dieser besonderen Parzelle: „Das ist Kleingärtnerei pur.“ In der Tat gab es in diesem Garten kaum einen Fleck, der nicht für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt wird. Die Pächterin berichtete begeistert von ihren gärtnerischen Experimenten und Ernteerfolgen. Der Wunsch nach einem eigenen Garten wuchs bei ihr schon in der Kindheit. Denn sie musste als älteste Schwester immer der Mutter in der Küche helfen, während ihre jüngeren Brüder immer mit dem Vater in den Garten gehen durften.
Wer nach diesem Rundgang durch die Kleingartenanlagen noch Reserven hatte, konnte noch einen zusätzlichen Blick in die zweite Anlage des KGV „Reisewitzer Höhe“ und in den KGV „Kleiner Windfang“ werfen, bevor im KGV „Höhenluft I“ die diesjährige Wanderrunde bei allerlei kulinarischen Angeboten, einem Blick ins Geschichtskabinett des Vereins und/oder bei einer Baumschnittvorführung ihren Ausklang fand.
Stadtverband „Dresdner Gartenfreunde“ e.V.
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