Politische Rückendeckung für Sachsens Parzellen: CDU-Sommertour stellt Weichen für Kleingartenbeirat
Politik und Verband stellen die Weichen für einen Landesbeirat.
Die Sommertour des Arbeitskreises Umwelt und Landwirtschaft der sächsischen CDU-Fraktion führte die Abgeordneten in diesem Jahr durch das Erzgebirge und Mittelsachsen. Am Mittwoch, dem 12. Juni 2026, machte die Tour Station in Olbernhau und traf auf Vertreterinnen und Vertreter des Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V., um über die Zukunft und Herausforderungen des sächsischen Kleingartenwesens zu sprechen.
Sächsisches Kleingartenwesen im Fokus
Olbernhaus Bürgermeister Jörg Klaffenbach begrüßte den LSK und die Abgeordnete im Theater Variable, das zentral am Marktplatz der Erzgebirgs-Stadt liegt. Zu Besuch kamen unter anderem Georg-Ludwig von Breitenbuch, Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Daniela Pfeifer (MdL), Ina Klemm (MdL), Andreas Heinz (MdL) und Rick Ulbricht (MdL und Umweltpolitischer Sprecher), die Sachsen nicht nur im Landtag vertreten, sondern auch Mitglieder im Arbeitskreis Umwelt und Landwirtschaft sind. Von Seiten des LSK waren unter anderem Präsident Tommy Brumm und Vize-Präsident Jörg Kluge vertreten sowie Landesfachberater Jörg Krüger, Nicole Rehm (Geschäftsführerin des Kreisverbandes Aue/Stollberg), Grit Keßler (Kreisverband Schwarzenberg) und weitere Mitglieder der Kreis- und Regionalverbände des Erzgebirgskreises.
Dass das sächsische Kleingartenwesen vor großen Herausforderungen steht, war einigen der Besuchenden bereits bekannt. Denn sie standen schon in der Vergangenheit im regen Austausch mit den Kleingärtnernden und konnten sich über bürokratische Hürden, den demografischen Wandel in den Kleingartenvereinen und Leerstände im ländlichen Raum informieren. Der enge Austausch zwischen Politik und Verbänden soll daher neue Perspektiven schaffen und das Kleingartenwesen unterstützen. Erste Ergebnisse gibt es bereits. Denn ein zentraler Wunsch der Kleingärtnernden nimmt langsam Gestalt an. Der Antrag für einen Kleingartenbeirat auf Landesebene sei auf einem guten Weg und werde in nicht mehr allzu langer Zukunft im Landtag eingebracht, erklärte Rick Ulbricht, Landtagsabgeordneter aus Leipzig und umweltpolitischer Sprecher.
Politische Weichenstellung: Ein Landesbeirat für das Kleingartenwesen
In seinem Grußwort zu Beginn der Gespräche hob Rick Ulbricht die Bedeutung eines realistischen Blicks auf die Branche hervor. Das Kleingartenwesen stehe vor drängenden Aufgaben, vor allem der strukturelle Leerstand und der notwendige Rückbau in ländlichen Regionen bedrohe viele Vereine und müsse von der Politik sinnvoll unterstützt werden. Dafür sei der direkte Draht notwendig. Ein Kleingartenbeirat auf Landesebene sei hier ein logischer Schritt und ein Instrument, um schnell und unkompliziert helfen zu können. Auch von Verbandsseite wurde dieser Schritt begrüßt.
LSK-Präsident Tommy Brumm zeigte sich erfreut über die aktuellen Entwicklungen und lobte das gelungene Zusammenspiel von Politik und Kleingartenwesen. Er beleuchtete dabei sowohl die Chancen als auch die Hürden der täglichen Praxis in den Vereinen und Verbänden:
- Demografischer Wandel: Die Suche nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern für Vereinsvorstände gestaltet sich zunehmend schwierig. Viele Kleingärtnernde scheuen die bürokratischen Hürden und die Verantwortung der wichtigen Ämter.
- Unterstützung durch Verbände: Die Kleingartenverbände stehen den Vereinen hierbei stützend zur Seite, zum Beispiel mit Schulungen, Hilfen und Förderungen. Erste Förderprogramme tragen bereits Früchte.
- Bedeutende Eigenleistung: Seit der Wende haben Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in Eigeninitiative bereits rund 15.000 Kleingärten zurückgebaut. Ein enormer Kraftakt, der jedoch nicht mehr rein ehrenamtlich und ohne staatliche Hilfe gestemmt werden kann.
Dass die Ehrenamtsmüdigkeit konkrete Ursachen habe, führte Jürgen Kluge, Vize-Präsident des LSK, näher aus. Neben ausufernder Bürokratie belaste vor allem ein massiver Investitionsstau die Vereine. Da in vielen Kassen finanzieller Leerstand herrscht, bleiben notwendige Erneuerungen oft auf der Strecke. Interessierte Ehrenamtler scheuen oft das Risiko, dass die aufgeschobenen Arbeiten ihrer Vorgänger verursacht habe und fürchten eine Überforderung. Das lähme das Engagement zusätzlich.
Frischer Wind zeigt, was möglich ist
Dass der Generationenwechsel gelingen kann, zeigt ein Blick in die Region: Tommy Brumm hob den Erzgebirgskreis als positives Beispiel für einen aufstrebenden Verband hervor. Ein neuer, junger Vorstand sorge dort für frischen Wind, etabliere moderne Strukturen und eröffne dadurch neue Möglichkeiten, um Versäumnisse der Vergangenheit systematisch aufzuarbeiten.
Der vorliegende Antrag eines Kleingartenbeirats auf Landesebene setze daher an den entscheidenden Stellschrauben und fördere einen regelmäßigen, verlässlichen Draht zwischen Kleingartenwesen, Politik und Kommunen. Das Ziel ist klar formuliert, da sind sich die Vertreterinnen und Vertreter des LSK und die Mitglieder des Arbeitskreises einig: Das Ehrenamt muss gezielt gefördert, Bürokratie abgebaut, bessere Rahmenbedingungen geschaffen und zukunftsfähige Strukturen vorausschauend geplant werden.
Die CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
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