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Schmucker Schülergarten entstand in einer Leerparzelle

in Verbände & Vereine

Kreisverband Aue/Stollberg der Kleingärtner e.V.

Jede Kleingartenanlage steht einmal vor dem Problem einer leeren Parzelle. Viele Gartenbesichtigungen mit potenziell neuen Pächtern fanden statt. Aber immer wieder hörten wir dann: „Nein, lieber doch nicht, zu viel Arbeit“.

Was macht man aber mit einer Parzelle, die keiner haben möchte?

Also stellte sich unser Vereinsvorstand die Frage, was wir mit diesem verwilderten Stück und aus dieser baufälligen Laube machen könnten? Wie können wir unsere Gartenanlage bereichern, attraktiver machen und zudem die Gemeinnützigkeit fördern? Nach langem Überlegen kamen wir auf die Idee, diese Parzelle für alle nutzbar zu machen. Ein Begegnungsgarten, in dem man sich außerhalb seines Gartens auf einen Schwatz treffen kann. Ein Lehrpfad, an dem der Gartenfachberater an den verschiedenen Obstgehölzen deren Pflege und Schnitt anschaulich erklären kann. Ein Schülergarten mit vielen angelegten Beeten, um unsere Jüngsten ans Gärtnern heranzuführen und ihnen zu zeigen, wie saisonales Obst und Gemüse von der Saat bis zur Ernte wächst.

(1) Vereinsvorsitzender Jens Lauer mit den Kindern Amelie, Annika, Sanja, Elly, Emma und Mattis beim ersten Kennenlernen. (2) Akribisch wurden Kohlrabis gepflanzt, Möhren gesät und Zwiebeln gesteckt. Fotos: KGV

Die Idee war gut und der Plan gemacht! Mit vielen fleißigen Helfern wurde die Laube saniert und aus einer verwilderten Parzelle ein strukturierter Garten mit acht kindgerechten Beeten. Es wurden Brombeersträucher (mit und ohne Dornen), Johannisbeeren (schwarz, rot und weiß), mehrere Himbeersorten und verschiedene Weinstöcke gepflanzt. Dazu kamen noch drei Hochbeete mit Erdbeeren und Salat sowie ein großes Beet für wechselnde Anpflanzungen wie verschiedene Kohlsorten, Freilandtomaten und anderes mehr.

Am 25. Mai 2023 war es endlich so weit, wir konnten die ersten Mädchen und Jungen in unserem Schülergarten empfangen. Wir Gartenfreunde waren mindestens genauso aufgeregt wie die Kinder aus der Kindertagesstätte „Kinderland“ in Thalheim.

Wie würde die Idee bei den kleinen Gästen ankommen? Und hoffentlich langweilen sie sich nicht! Als die beiden Erzieherinnen Kristin und Jasmin mit den Kindern Amelie, Annika, Sanja, Elly, Emma und Mattis bei uns eintrafen, war unsere Aufregung verflogen. Unser Vereinsvorsitzender Jens Lauer begrüßte mit den Vorstandsmitgliedern Annett Schwalbe und Bärbel Tröger bei herrlichem Frühlingswetter sechs gut gelaunte und sehr neugierige Kinder.

Damit die Samen keimen und die Pflanzen wachsen konnten, wurden sie ordentlich gegossen. Foto: KGV

Nach einem kurzen gegenseitigen Kennenlernen und einem Rundgang durch den Garten ging es auch schon an die Beete. Eines der acht von uns vorbereiteten Beete musste vor der Aussaat bzw. Bepflanzung erst noch vom Unkraut befreit werden. Nun wurden die Kinder in die Kartoffel- und die Bohnengruppe eingeteilt. Beide Gruppen bekamen zwei Beete in die, unter Anleitung von Annett und Jens, Kohlrabi gepflanzt, Möhren und Radieschen gesät und Zwiebeln gesteckt wurden. Die Kartoffelgruppe legte Kartoffeln und die Bohnengruppe steckte Bohnen. Danach kam für alle Kinder das Beste, das Angießen der frischen Saat und jungen Pflänzchen.

Da das Gärtnern hungrig und durstig macht, gab es zum Mittag Würstchen für alle. Nach der Stärkung ging die ganze Gruppe in den Garten von Jens Lauer. Dort zeigte er den Kindern Kartoffel- und Bohnenpflanzen, und sie konnten bereits gewachsene Radieschen ernten. Überglücklich, mit vielen schönen Eindrücken, einigen Radieschen in den Taschen und der Vorfreude aufs nächste Mal, traten die Kinder die Heimreise an.

Eine reiche Ernte im Schülergarten!

Knapp einen Monat später, am 29. Juni 2023, besuchten uns Amelie, Annika, Sanja, Elly, Emma und Mattis wieder. Ganz aufgeregt und gespannt waren sie und konnten kaum glauben, dass aus diesen kleinen Körnchen Radieschen geworden waren, Möhrengrün aus der Erde schaute an der Stelle, an der sie einen Monat zuvor die Saat gelegt hatten, und dass aus den zarten Kohlrabipflänzchen tatsächlich knackige Kohlrabis geworden sind.

Unter der Anleitung unseres Gartenfachberaters Uwe Ladewig und von Annett Schwalbe ernteten die Mädchen und Jungen ihre Kohlrabis und Radieschen. Danach erklärte Uwe, welche Pflanzen im Beet „Unkraut“ sind. Es ist wichtig, das Unkraut zu entfernen, bevor man eine neue Saat ausbringt, und wie sinnvoll es ist, die Beete mit Mulch zu bedecken, um sie vor Austrocknung zu schützen. Ein großer Haufen getrockneter Rasenschnitt wartete auf viele kleine fleißige Hände, und alles wurde gut auf den Beeten verteilt. Nach getaner Arbeit gab es etwas gegen den kleinen Hunger und den großen Durst und zum Nachtisch frisch geerntete Erdbeeren aus dem Hochbeet.

Die Mädchen und Jungen präsentierten mit den Gartenfreunden und ihren Erzieherinnen mit Freude und Stolz ihre geernteten Früchte. Foto: KGV

Viele neugierige Fragen wurden beantwortet, die Kinder tauschten sich untereinander aus. Wie es der Papa und die Mama im eigenen Garten machen und dass es Oma und Opa schon immer so gemacht hatten, haben wir von den Kindern erfahren.

Ein rundum gelungener Tag! Für die Kinder, die stolz ihre Erntekiste mit Kohlrabi und Radieschen nach Hause tragen konnten, und für uns die Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben – und das im nächsten Jahr gerne wieder.

Die Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte „Kinderland“ in Thalheim sind vor ihrer Einschulung im August noch einmal bei uns vorbeigekommen. Bohnen und Kartoffeln sowie Möhren und Zwiebeln standen noch auf den Beeten und mussten geerntet werden. Mit glänzenden Augen und berechtigtem Stolz haben sie die Möhren aus dem Beet und die Kartoffeln aus der Erde geholt.

Darüber haben wir Gartenfreunde uns gefreut – und fiebern schon jetzt der nächsten Gartensaison gemeinsam mit dem gärtnerischen Nachwuchs entgegen.

Gartenfreund - Sachsen aktuell
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