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Über Vor- und Nachteile eines Hochbeetes

in Gartenfachberatung

Altes Gartenwissen

(1) Nicht formvollendet, aber zweckmäßig – Hochbeete aus alten Brettern oder Paletten sind selbst gebaut fast kostenlos, wenn auch das erforderliche Füllmaterial weitestgehend im eigenen Garten anfällt. (2) Findige Gartenfreunde wandeln ihre Hochbeete mit Scheiben aus Glas oder Kunststoff in ein Frühbeet um und können schon im Februar oder März die ersten Gemüsesamen ausbringen. Fotos: ps

Ein Hochbeet bietet eine Menge Vorteile für den Kleingärtner. Neben dem Rücken schonenden Gärtnern sind es noch viele weitere Aspekte, die das Gärtnern im Hochbeet zum Vergnügen machen.

Vergnügen bei der Gartenarbeit

  • Da sich die meisten Unkräuter eher am Boden aussäen und deren Saatgut zumeist nicht so hochfliegt, bleibt das Hochbeet von den meisten Unkräutern verschont. Man muss viel weniger jäten.
  • Das Hochbeet erwärmt sich im Frühling schnell und bleibt auch im Herbst länger warm. Durch den besonderen Schichtenaufbau (wie in einem Kompost) entsteht außerdem Verrottungswärme, die die Wurzeln der Pflanzen wärmt und so für besseres Wachstum sorgt. Der leicht erhöhte Rand des Hochbeetes schützt außerdem vor Wind, besonders Gurken sind da recht empfindlich.
  • Hochbeete verlängern unsere Ernte-Saison. Die Eigenschaften des Hochbeets kann man sich im Frühling und Herbst zunutze machen, und es sogar als Frühbeet nutzen! Ein Deckel mit transparenten Scheiben aus Glas oder Kunststoff schützt die Kulturen vor Witterungseinflüssen und speichert die Sonnenwärme. Bereits im Februar/März kann man so die ersten Gemüse im umgebauten Hochbeet aussäen oder einpflanzen. Gut eignen sich dafür Salat, Radieschen, Rukola, Rettich oder auch Spinat.

Hochbeete - Varianten in jeder Form und Farbe

Es gibt Hochbeete in allen möglichen Varianten – aus Metall, Holz und Paletten gebaut oder aus mit Steinen gefüllten Gabionen. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. So ein Hochbeet wird zum architektonischen Gestaltungselement und wertet (Klein-)Gärten, Parks, Grundstücke und Hinterhöfe auf! Besonders in Gruppen und in der Stadt sehen Hochbeete mit ihrem frischen Grün einfach stylish aus. Nachteil bei Beeten aus Metall – sie kühlen schneller aus!

(1) Hochbeete gibt es im Gartenfachhandel inzwischen in den unterschiedlichsten Formen und aus den unterschiedlichsten Materialien – wobei sich diese „Artenvielfalt“ in unterschiedlichen Preisen manifestiert. (2) Im Hochbeet lässt sich auch eine Bienenweide aus den verschiedensten Blühpflanzen anlegen, die den Insekten schon früh im Jahr Nahrung bietet. Fotos: ps

Einige Nachteile von Hochbeeten

Leider haben Hochbeete auch ein paar Nachteile, die man wissen sollte, bevor man sich für ein Hochbeet entscheidet. Je nach Ausführung und Größe kann solch ein Hochbeet ziemlich teuer werden. Es gibt Luxus-Varianten für mehrere hundert Euro, man kann sich jedoch auch eines selbst bauen. Das sieht dann vielleicht nicht ganz so schick aus, erfüllt jedoch seinen Zweck. Was man bei der Preisberechnung für das Hochbeet keinesfalls vergessen darf, ist dessen Befüllung!

(1) Gemüseanbau im Hochbeet mit Möhren, Radieschen, Salat, Zwiebeln und Gurken. Foto: meeris/pixelio.de (2) Dank der besonderen Eigenschaften wachsen die Gemüsesorten im Hochbeet besser und schneller als zu ebener Erde. Foto: ps

Befüllung und Wiederbefüllung

Ein Hochbeet will befüllt sein! Immerhin passt in solch ein Hochbeet auch eine Menge an Material. In ein Hochbeet mit einer Größe 2x1x1 m passen ca. 2 m³ Erde, insgesamt ca. 1,7 t. Wenn man kein Material im Garten hat, um es zu füllen, dann muss man sich die 2 m³ Füllmaterial kaufen, was durchaus dem Kaufpreis des Hochbeets selbst entsprechen kann.

Normalerweise wird ein Hochbeet wie ein Kompost befüllt. Das benötigte Material kann man jedoch im Garten über das ganze Jahr sammeln. Wenn man Komposter im Garten stehen hat, dann lässt sich deren Inhalt in das Hochbeet umlagern.

Problematisch wird es dann später bei der Wiederbefüllung. Die Erde im Hochbeet sackt durch den Verrottungsprozess schnell zusammen, sodass es nach einigen Monaten nur noch bis etwa zur Hälfte gefüllt ist. Dann muss man sich ein Stück ins Beet hinein bücken, um an die Pflanzen zu gelangen. Nachfüllen ist erst wieder im Frühling möglich, wenn das Gemüse abgeerntet ist.

Erik Behrens, Gartenfachberater Zertifizierter Pflanzendoktor
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