LV Sachsen Aktuell

Jahreshauptversammlung des Regionalverbands Werdau/Glauchau

in Verbände & Vereine

Regionalverband Werdau/Glauchau der Gartenfreunde e.V.

Der Parzellen-Leerstand nimmt trotz Rückbau immer noch zu

Zum Jahresende 2023 hat der Leerstand an Kleingärten im Regionalverband Werdau/Glauchau weiter zugenommen. 1431 Parzellen, auf denen noch genügend Baulichkeiten und Anpflanzungen beseitigt werden müssen, waren nicht verpachtet. Ihre Anzahl könnte in naher Zukunft noch stark wachsen, denn viele sehr aktive Kleingärtner nutzen zusätzlich eine weitere oder gar mehrere Parzellen. Deshalb dürfte sich der Leerstand potenzieren, wenn diese zumeist älteren Gartenfreunde diese insgesamt 580 Zweit- bzw. Drittgärten aufgeben müssen.

Dieser Entwicklung begegnet der Verband mir entsprechenden Kleingartenentwicklungskonzeptionen, um aktiv einen gezielten Rückbau voranzubringen, der aber oftmals an der Finanzierung scheitert. Vorwiegend durch Eigenmittel des Regionalverbandes wurden den Vereinen zwischen 2018 und 2024 fast 84.000 Euro für den Rückbau zur Verfügung gestellt. „Doch ohne die Hilfe der öffentlichen Hand sind wir nicht in der Lage, die Kosten zu stemmen, die den Verband und die Vereine treffen“, erklärte Verbandsvorsitzender Frank Tröger am 8. April auf der Jahreshauptversammlung 2024 in der Stadthalle „Pleißental“ Werdau. Nicht nur aus diesem Grund pflegt der Vorstand einen offenen und guten Umgang mit den kommunalen Verwaltungen, in dessen Ergebnis konnten in Werdau auf Grundlage des neuen Pachtvertrages den Vereinen auf kommunalem Land 15.000 Euro als Fördermittel der Stadt für den Rückbau und die weitere Gestaltung der Anlagen zur Verfügung gestellt werden, doch leider greifen nur wenige KGV darauf zurück. So haben die Gartenfreunde vom KGV „Naturheilgarten“ Werdau den Teilrückbau realisiert und in Eigenleistung eine Fläche von 4500 m2 von Aufbauten und Anpflanzungen beräumt. In Glauchau konnten den Vereinen im Rahmen der Förderung des öffentlichen Grüns fast 7400 Euro kommunale Mittel bereitgestellt werden.

(1) Blick in den Saal der Stadthalle „Pleißental“ Werdau, in dem neben den Vereinsvertretern auch zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik Platz genommen hatten. (2) Die Vertreter der Mitgliedsverbände stimmten allen vom Verbandsvorstand eingebrachten Beschlussvorlagen zu. Fotos: ps

Ausdruck des guten Miteinanders von Verband und Kommunalverwaltungen war auch die Tatsache, dass mehrere Bürgermeister und weitere Kommunalpolitiker als Gäste der Einladung zur Jahreshauptversammlung gefolgt waren. Sie alle betonten in ihren Grußworten wie beispielsweise Landrat Carsten Michaelis die große Bedeutung der kleinen Gärten und lobten die professionelle Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer Uwe Jakobeit sowie das unermüdliche ehrenamtliche Engagement der Vereinsvorstände, ohne die das Kleingartenwesen in seiner heutigen Form undenkbar wäre. Der Bürgermeister von Meerane Jörg Schmeißer verwies auf das 850-jährige Stadtjubiläum und lud die Gartenfreunde ein, sich am diesjährigen Wettbewerb um den schönsten naturnahen Kleingarten zu beteiligen.

Kleingärten sind jedoch nicht nur schön und naturnah, sondern auch sehr effektiv und ertragreich – das belegen seit nunmehr 14 Jahren dank der Förderung durch das Job-Center die Tafelgärtner des Regionalverbandes, die auf nicht verpachteten Parzellen Obst und Gemüse für hilfebedürftige Mitbürger anbauen und den regionalen Tafeln zur Verfügung stellen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 36 Teilnehmer in zwölf KGV eingesetzt, die mehr als acht Tonnen Obst und Gemüse den Tafeln in Werdau, Crimmitschau und Glauchau geliefert haben – erntefrisch und sozusagen in Bio-Qualität. Im Zeitraum vom 17. April bis 16. Oktober 2023 haben die Teilnehmer 16.292 Arbeitsstunden geleistet, und dank der Unterstützung mehrerer Unternehmen konnten zudem Sachkosten eingespart werden, die entsprechend dem Jahresabschluss allen Mitgliedsvereinen mittelbar zugutekommen. Auch 2024 ist die diesjährige Tafelgärtnerei im Verbandsbereich Mitte April mit wiederum drei Dutzend Teilnehmern in neun Kleingartenvereinen gestartet.

(1) Mehrere besonders aktive Gartenfreunde wurden mit LSK-Ehrennadeln in Silber und Bronze ausgezeichnet. (2) Fachberater Ronny Streifler wird derzeit in seine künftigen Aufgaben als Geschäftsführer des Regionalverbandes eingearbeitet. (3) Geschäftsführer Uwe Jakobeit (2.v.l.) wurde für sein 20-jähriges aktives Wirken als Verbands-Geschäftsführer herzlich gedankt. Fotos: ps

Im weiteren Verlauf der Versammlung lobte Revisorin Cornelia Süßenbach die akkurate Finanzarbeit von Vorstand und Geschäftsführung, sodass sie den 105 stimmberechtigen Anwesenden aus den 176 eingeladenen Mitgliedsvereinen die Entlastung für das Geschäftsjahr 2023 empfehlen konnte. Somit konnten die erforderlichen Regularien verabschiedet werden, bestätigt wurden die Berichte des Vorstandes und der Revisoren, die Abrechnung des Haushaltes 2023 und die Verwendung der Rücklagen sowie der Haushaltsplan 2024. Schließlich wurde der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 entlastet.

Obwohl Geschäftsführer Uwe Jakobeit noch bis Ende Oktober dieses Jahres „im Dienst“ ist und derzeit seinen Nachfolger Ronny Streifler auf dessen künftige Aufgaben vorbereitet, dankten ihm Verbandsvorsitzender Frank Tröger und LSK-Präsident Tommy Brumm für sein aktives Wirken in den beiden vergangenen Jahrzehnten. Gewürdigt wurde zudem die unermüdliche Einsatzbereitschaft von mehreren Vereinsvorsitzenden. Die LSK-Ehrennadel in Silber erhielten Roland Hohenegger (KGV „Am Waldesrand Crimmitschau“), Harry Grindler („Crimmitschau-West“), Axel Clemens („Waldesruh“ Werdau), Jochen Weber („Ziegeleiteich“ Glauchau) und Lutz Fritzsche („Am Laubenweg“ Glauchau). Die bronzene Ehrennadel ging an Ronny Wendt („Rudelswalde“), Klaus-Dieter Klepsch („Abendfrieden“ Werdau), Benjamin Glatzer („Glück auf“ Crimmitschau), André Hölzel („Am Stausee“ Glauchau) und Gerd Wendler („Herolds Gärten“ Glauchau).

ps