LV Sachsen Aktuell

Sachsens Kinderseite – April 2022

in Kinder & Mehr 30. März 2022

Sachsens Kinderseite

APRIL 2022

Experimente mit Backpulver und Essig

Von Sven-Karsten Kaiser

2 Min. Lesedauer

Liebe Kinder,

wusstet Ihr, dass Gartenerde sauer sein kann? Aber keine Angst, wenn die Gartenerde sauer ist, dann ist sie nicht wütend auf Euch. Mit den Begriffen sauer und basisch wird der pH-Wert des Gartenbodens beschrieben. Je kleiner die Zahl im Bereich von 0 bis 14 lautet, um so saurer, und je größer die Zahl ist, desto basischer ist die Erde. Statt basisch wird auch das Wort alkalisch verwendet. Einige Pflanzen, wie z.B. Heidelbeeren, wachsen in saurer Erde mit einem pH-Wert um 4 besser. Zwischen den beiden Gegenseiten sauer und alkalisch liegt inmitten der pH-Werte 6,5 und 7,5 ein neutraler Bereich. Die meisten Pflanzen mögen es, wenn der pH-Wert der Gartenerde in diesem neutralen Bereich ist.

(1) Bodenproben werden an verschiedenen Stellen aus einem Beet genommen und gemischt. Man kann mit einem Spaten die Erde aufstechen und mit einem Löffel von unten nach oben Erde aufnehmen.

Es ist also gut, wenn der pH-Wert der Gartenerde bekannt ist. So können die passenden Pflanzen gut wachsen, oder es kann stellenweise der pH-Wert des Bodens angepasst werden.

Neben genauen Bodenanalysen oder Teststreifen aus dem Fachhandel kann man für einen ersten Überblick auch mit einfachen Mitteln prüfen, ob der Boden eher sauer, basisch oder neutral reagiert.

Zunächst machen wir den Backpulvertest: Wir rühren einen Esslöffel voll Erde mit etwas Wasser zu einer Pampe. Dann streuen wir etwas Backpulver darauf. Wenn sich nun kleine Bläschen bilden, reagiert das Backpulver mit der Säure aus der Erde – und dies ist ein Zeichen dafür, dass der Boden sauer ist.

(2) Eine andere Methode zur Probennahme ist, ein Rohr in die Erde zu stecken. (3) Die Erde aus dem Inneren des Rohres wird in einem Eimer gesammelt. (4) Für den Backpulvertest wird die Erdprobe mit Wasser verrührt. (5) Die entstandene Pampe wird auf einen Probeteller gegeben.
(6, 7) Backpulver über die Probe streuen. Das Backpulver bildet Bläschen – die Erde ist sauer. (9, 10) Für den Essigtest wird eine trockene Probe vorbereitet. Der Essig wird vorsichtig auf die Probe geträufelt. Keine Reaktion – die Erde ist nicht alkalisch. Fotos: Kaiser

Wenn der Backpulvertest kein Ergebnis gebracht hat, können wir den Essigtest machen. Nur diesmal wird auf trockene Erde etwas Essigessenz geträufelt. Bilden sich nun Bläschen, reagiert der Kalk im Boden mit der Essigsäure – und der Boden ist alkalisch.

Habt Ihr weder beim Backpulver noch beim Essig Bläschen gesehen, ist die getestete Gartenerde weder sehr sauer noch sehr alkalisch, sondern im neutralen Bereich. Dann müsst Ihr nichts weiter tun.

Um den hohen pH-Wert von alkalischem Boden zu senken, kann Rindenmulch, Kaffeesatz oder kompostiertes Laub von Walnussbäumen, Platanen, Kastanien oder Eichen ausgebracht werden. Kaffeesatz enthält neben der Gerbsäure jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Stickstoff und Phosphor.

Saurem Boden kann Kalk zugegeben werden. Auch Holzasche wirkt alkalisch. Aber wenn der Boden sauer ist, dann kann man natürlich auch einfach Blaubeeren und Preiselbeeren pflanzen.

Es gibt auch bestimmte wild wachsende Pflanzen, die zeigen, ob der Boden eher sauer oder eher alkalisch ist. In saurem Boden wächst z.B. häufig Sauerampfer, aber auch Moos, Kriechendes Fingerkraut oder Hasenklee – und auf alkalischem Boden die Ackerwinde, der Ackersenf und Feldrittersporn.

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